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Dieser
in Fließgewässern heimische Fisch benötigt
lange, flache Wurzeln und einen flachen, sandigen Mittelgrund
in seinem Becken. Er wird in Zoohandlungen oft als Sturisoma aureum angeboten.
Die Haltung von Störwelsen ist, im Vergleich zu vielen anderen Harnischwelsen,
relativ einfach. Sie können, trotz ihrer erreichbaren Größe von
über 20 cm, bereits in Aquarien von 80-100 cm Länge gehalten
werden, da sie sehr ruhig und friedlich sind. Das Aquarium sollte
mit Wurzeln ausgestattet sein, an denen sie herumraspeln können
und auch einige dunklere Verstecke beinhalten.
Besonders
wichtig ist sauberes, gut gefiltertes und sauerstoffreiches Wasser
mit starker Strömung. Die Wasserwerte sind irrelevant, solange sie
nicht ins Extreme gehen. Die Ernährung der Störwelse ist ebenfalls
nicht schwierig, sofern man nur genügend pflanzliches Futter
anbietet. Hierfür eignen sich sowohl Futtertabletten mit hohem
pflanzlichem Anteil (Spirulinatabletten,...) als auch ungespritztes
Gemüse aus dem Garten, wie z. B. rohe Schlangengurken, gekochte
oder gefrostete Erbsen, u. v. m. Der Phantasie sind dabei eigentlich
keine Grenzen gesetzt.
Wenn all die oben erwähnten Faktoren erfüllt sind, ist es
eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Störwelse zum ersten
Mal ablaichen. Trotz dem Schutz des Geleges durch den Vater sollten
sich im Aquarium keine anderen Fische befinden, da sie den Laich
fressen könnten.
Meine eigenen Erfahrungen mit der Zucht von Sturisoma festivum
möchte ich hier beschreiben:
Am 4. 12. 2001 erhielt ich vier junge Sturisoma festivum
von ca. 13 cm Körperlänge (ohne Schwanzflosse). Diese gediehen gut
und schon bald konnte ich feststellen, daß ich zwei Männchen
und zwei Weibchen hatte, da die geschlechtsreifen männlichen Tiere
"Backenbärte" ausbilden. Kurz darauf, am 21. Februar, laichte auch
schon ein Paar ab. Das Gelege war jedoch am nächsten Tag verschwunden.
Es wurde wahrscheinlich von den -- bzw. Sciaenochromis
ahli, die ich damals noch im gleichen Aquarium hatte, gefressen.
Bis zum 11. 4. legten die Störwelse insgesamt viermal Eier ab,
die aber alle nach kurzer Zeit verschwunden waren. Welche
Tiere abgelegt hatten, kann ich nicht mit Sicherheit sagen,
da sie alle ziemlich gleich aussehen. Dann folgte eine (saisonbedingte?)
Pause und erst am 25. Juli sah ich wieder ein Gelege von knapp
100 Eiern an der Frontscheibe des Aquariums.
In der Zeit ohne Gelege suchte ich bereits nach Informationen zur
Zucht und Aufzucht. Leider hatte jeder Autor andere Erfahrungen
mit der Aufzucht gemacht: Der Eine wechselte überhaupt kein
Aquariumwasser, der Andere zweimal täglich,...
Nur in zwei Punkten glichen sich die Beschreibungen:
-
Die Jungen mußten Filtrierer sein
-
In den ersten Wochen setzte oft ein Massensterben ein
Durch
diese Tatsachen nicht gerade gestärkt, setzte ich die Jungfische,
die am 29. bzw. 30. Juli geschlüpft waren, in einen Ablaichkasten
und hängte diesen ins Aquarium.
Ich fütterte die Jungen von Anfang an mit Futtertabletten, an denen
ich unter Wasser rieb, so daß feine Futterpartikel entstehen.
Da Kotfäden zu erkennen waren, mußten die Jungfischen auch
fressen. Ein gutes Zeichen, denn ich hatte immer noch Angst vor
dem beschriebenen Massensterben. In der ersten Woche habe ich keinen
Teilwasserwechsel durchgeführt. Erst als ein Jungfisch eine Beule
am Bauch bekam und schließlich verstarb, macht ich das Aquarium
sauber.
Heute, am 9. 8., sind die größten Jungfische schon etwa 20 mm lang.
Leider sind heute Nacht schon wieder 2 gestorben. Kommt es jetzt
zum Massensterben? Zu gegebener Zeit werde ich mich wieder melden,
entweder wenn alle meine Jungen tot sind, oder wenn ich mit der
Aufzucht Erfolg hatte!
Das Massensterben hat glücklicherweise nicht eingesetzt. Noch nicht...
In der Zwischenzeit haben die Sturisomas schon wieder abgelaicht.
Leider konnte ich nur zwei Jungfische aus dem Aquarium herausfischen
und in den Ablaichkasten überführen. Diese zwei Fischchen konnten
mich aber nicht recht aufbauen, denn am 10., 11. und 14. August
starb je ein Jungfisch. Die Todesursache war vermutlich zu belastetes
Wasser. Anscheinend reicht ein größerer Wasserwechsel in der Woche
nicht aus. Also tauschte ich alle zwei Tage eine geringere Menge
und einmal wöchentlich eine größere Menge (ca. 50%) Wasser aus.
Am 19. und 23. August laichten die Sturisomas wieder ab. Ich vermute,
daß sich meine 2 Weibchen immer abwechseln, weil es mir unmöglich
erscheint, daß ein Weibchen innerhalb von 4 Tagen jeweils
ungefähr 30 Eier ablegt. Abgelaicht wurde genau neben dem bereits
bestehenden Gelege, so daß sich ein Großes ergab.
Da die Jungfische aus der ersten Brut nun schon eine schöne Größe
hatten, beschloss ich, sie in ein 54l-Aquarium umzusetzen, das
nur eine Kiesschicht als Bodengrund enthielt. Gefiltert wurde
mit zwei Innenfiltern. Ich fütterte - wie auch im Brutkasten
- mit zerbröselten Futtertabletten. Logischerweise mußte
ich immer etwas mehr füttern als im Brutkasten, weil sich
die Futterpartikel weiter als sonst verteilen konnten.
Doch das war ein großer Fehler, denn dadurch verschlechterte sich
die Wasserqualität derart, daß auch ein sehr großer Wasserwechsel
keine Besserung bringen konnte. Da sich das überschüssige Futter
auf dem Boden sammelte, beschloß ich, diesen zu entfernen.
Doch dazu kam es gar nicht mehr, denn am nächsten Tag war die Hälfte
der Jungfische tot. Die verbliebenen Tiere setzte ich wieder in
den Brutkasten. Sie erholten sich glücklicherweise schnell wieder.
Das alles geschah am 24. bzw. 25. August.
Am 2. September legten die Sturisomas erneut knapp 30 Eier ab,
von denen ich wieder nur 2 Jungfische retten konnte.
Am 8. September starb ein Jungfisch (der letzte aus der Brut vom
19.8.). Vermutlich war er verhungert, weil er so gut wie keinen
Bauch hatte. Die größten Jungfische haben jetzt eine Größe von 4
cm (ohne Schwanzflosse) erreicht und scheinen sich wohl zu fühlen.
Zwei Sachen finde ich jedoch seltsam:
-
Einige Tiere besitzen hinter der Rückenflosse eine ausgebleichte
Stelle und haben ab dort einen Knick! Was das sein soll,
weiß ich nicht. Da diese Tiere gut fressen und wachsen,
kann es also nicht so schlimm sein, wie es aussieht.
-
Die eine Hälfte der Jungfische ist hellbraun, die andere Teil dunkelbraun gefärbt! Auch hierfür kenne ich den Grund nicht.
Der "Knick" verschwand jedoch glücklicherweise bei den meisten Tieren im Laufe der Zeit wieder. Nur ein Fisch behielt seine seltsame Form.
Da schon seit Langem keine Jungfische mehr gestorben sind und die Zeit, in der sie extrem empfindlich auf schlechtes Wasser
reagierten, vorbei ist, denke ich, daß ich die Aufzucht geschafft habe. Sie hat zwar einiges an Zeit und Nerven gekostet, aber
dafür bin ich um eine wertvolle Erfahrung reicher.
Bei Fragen bezüglich der Aufzucht stehe ich gerne zur Verfügung.
Autor: Christian;
Bilder: Michael
Hemetsberger
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