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Der Name Scatophagus bedeutet Kotfresser. Sie ernähren sich vor allem von organischen Abfällen und sind so oft in den Abwasserzonen und in der Nähe und in Häfen zu finden.
Argusfische werden ähnlich häufig im Handel angeboten wie Silberflossenblätter.
Sie gelten neben Kugel-
und Schützenfischen
als "die Brackwasserfische" schlechthin. Sie werden meist als 3-6
cm große Jungtiere im Süßwasser angeboten. Sie
sind in der Familie der Scatophagidae in 5 Arten zusammengefaßt.
Meistens werden der Grüne Argus (Scatophagus argus argus)
und der Rotstirnargus (S. argus atromaculatus - oft unter
den falschen Namen S. rubifrons) angeboten.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt über die meisten tropischen Küsten
des Indopazifik vom Arabischen Golf bis Australien. An der Ostafrikanischen
Küste werden sie von S. tetracanthus vertreten, die sich
vom grünbräunlichen, dunkelgepunkteten S. argus (S. argus
atromaculatus hat eine braune Grundfarbe mit dunklen Punkten
und einem roten Streifen über der Stirn) durch eine weißbraune
Querstreifung unterscheidet. Recht selten wird Selenotoca multifasiaticus
als Silberargus eingeführt. Er kommt aus dem australisch-indonesischen
Raum.*
Sie besitzen Giftstachel am Rücken und an den Brustflossen. Die Giftdrüsen jedoch, die diese Stachel versorgen bilden sich mit zunehmenden Alter des Tieres zurück. Trotzdem kann es zu Unfällen kommen, die einen starken ausstrahlenden Schmerz verursachen, aber nicht ernsthaft gefährlich sind. Dennoch sollte man einen Arzt aufsuchen.
Größe des Fisches und Beckengrößen:
Argusfische werden in der Natur beachtliche Brocken von 30 cm Größe
und bis zu 1,2 kg Gewicht! Das sollte man beim Kauf bedenken. Ähnlich
wie bei Monodactylus
argenteus gibt es bei der Aquarienhaltung von Scatophagus
argus Kümmerformen, die je nach Beckengrösse ihr Wachstum bei
15 - 20 cm einstellen, aber das sollte ja nicht im Sinne des Halters
sein! Aber selbst Jungtiere sind problematisch. Damit die Tiere
sich wohl fühlen und nicht zu aggressiv werden sollte ein Argustrupp
mind. 4 Tiere zählen und selbst wenn sie die "handelsübliche" Größe
von etwa 4 cm haben, sollte das Aquarium mindestens 120 cm lang
und 50 cm hoch sein. Ab 8 cm, spätestens 10 cm wird dieses Aquarium
zu klein. Jetzt sollten sie in ein Becken, dem man sie auch dauerhaft
pflegen kann. Dies müßte mindestens stolze 200 cm x 70
cm x 70 cm messen! In kleineren Aquarien werden Größe
und Verhalten unterdrückt.
Verhalten:
In der Aquarienliteratur werden Scatophagus immer als friedliche,
lebhafte Schwarmfische bezeichnet, die sich gerne an Abwasserleitungen
und in dreckigen Hafenbecken nach Nahrung suchen. Daraus könnte
man schließen, daß sie friedliche Schwarmfische sind,
die "hart im Nehmen" in Bezug auf Wasserwerte sind. Weit gefehlt.
Im zu kleinen Aquarium kann ein Argus zu einem bösartigen Despoten
werden. In meiner Anfangszeit als Brackwasserfan hatte ich ein 200
l Aquarium mit vier kleinen Silberblättern
und einem Kugelfisch. Ich dachte, ein Argusfisch wäre eine schöne
Bereicherung und kaufte ein ca. 4 cm großes Tier. Das ging
eine ganze Zeitlang ganz prima, bis ich las, daß sie Schwarmfische
sind und zum Wohlbefinden unbedingt Artgenossen brauchen. Also einen
Artgenossen besorgt. Beide waren nun mit 6-7 cm gleich groß,
doch der "Heimische" stürzte sich sofort auf den Neuen, um ihn von
da an zu terrorisieren. Nach ein paar Tagen mußte ich den
neuen in ein Quarantänebecken setzen, doch der Alte hatte ihm eine
heftige Wunde in die Flanke gebissen, an die er bald starb. Den
anderen Argus gab ich bald ab, da er anfing die Silberblätter
anzugreifen. Einige Jahre später versuchte ich es noch mal mit einem
kleinen Trupp in einem grösseren Aquarium. Das ging ganz gut; trotzdem
gab ich die Tiere mit 13 cm später ab, weil ich ihnen keinen ausreichenden
Platz anbieten konnte. Also: Ein einzelner Argus kann, ähnlich wie
Feuerschwanz-Fransenlipper
(Epalzeorhyncus
bicolor) zu einem aggressiven Einzelgänger werden. Ist das
Aquarium groß genug, ist er tatsächlich ein relativ friedlicher
Schwarmfisch (ähnlich wie beim Feuerschwanz).
Wasserwerte und Freßverhalten:
Junge Tiere sind noch recht einfach zufrieden zu stellen. Scatophagus
argus und die anderen Arten sollten von Beginn an in Brackwasser
gehalten werden. Für kurze Zeit halten sie in hartem Süßwasser
aus, sind hier aber sehr hinfällig. Die Dichte des Wassers kann
ruhig zwischen 1,005-1,015 schwanken. Ab etwa 10 cm sollte der Wert
bei mindestens 1,010 liegen. Bei spätestens 15 cm ist reines Meerwasser
erforderlich. Im Brackwasseralter sollte das Wasser sauber und sauerstoffreich
sein. Bereits kleine Erhöhungen von Nitrit
führen zu Problemen. Damit es nicht zu einem tödlichen Nitritpeak
kommt, braucht man eine großzügige und gut eingelaufene
Filterung, da Bepflanzung des Beckens nicht möglich ist. Man kommt
gar nicht dazu Pflanzen zu kultivieren, da sie von den Argus gefressen
werden. Es sind gefräßige Allesfresser mit Hang zum Herbivoren.
Es gibt sogar Berichte von Scatophagus argus, die nach dem
Verzehr von Javafarn gestorben sind. Diese Pflanze wird normalerweise
von herbivoren Fischen nicht angerührt, weil sie giftig ist! Im
Meerwasser wird die Sache noch problematischer, da sie das Wasser
mit ihrem schnellen Stoffwechsel stark belasten. Kaum ein Meerwasseraquarianer
will einen Argus in seinem Aquarium haben!
Autor: Markus Schulz
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