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Wie die meisten Fische aus Brackwasserregionen wandern diese Tiere je nach Lebensabschnitt von süßeren in salzigere Regionen und schließlich ins Meer. Als erwachsener Fisch braucht er also ein Seewasserbecken mit Korallensand und entsprechenden
Pflanzen.
Die oft zu hörende Aussage: "Die Fische sind an Süßwasser
gewöhnt" stimmt also nur bedingt. Die kleinen Jungtiere aus dem
Handel kann man durchaus kurzzeitig in hartem Süßwasser
halten. In der Natur wachsen die Jungen in den Brackwassergebieten
(Mangroven, Ästuarien, Flußmündungen) auf und ziehen
auch die Flüsse hinauf. Ab einer Größe von 4-5 cm muß
man sie in Brackwasser halten, die Dichte des Wassers kann jetzt
zwischen 1,005-1,015 schwanken. Ab ca 8-10 cm 1,010-1,020. Ab 10-12
cm sollte es nicht mehr unter 1,020 gehen, Meerwasser ist angesagt.
Ab dieser Größe kann man Silberblätter auch weiterhin
in Brackwasser halten, tut ihnen damit aber keinen Gefallen!*
Als
ich 10 cm große Silberflossenblätter in ein Meerwasserwasseraquarium
setzte, blühten sie regelrecht auf. Das mit der Zeit verblaßte
Gelb der Flossen wurde wieder sehr kräftig und die Fische wirkten
"gelassener".*
Wachstum: Im Aquarium scheinen die Tiere ihr Wachstum vorzeitig
einzustellen. Die drei größten und ältesten Exemplare,
die in einem "normalen" Heimaquarium von Monodactylus argenteus
gesehen habe, waren 17 cm lang und fast 10 Jahre alt. Das Aquarium
(Meerwasser) war 200 cm lang, 60 cm breit und 70 cm hoch.*
Im gleichen Aquarium schwammen auch 4 Monodactylus sebae, die etwa 16-18 cm lang und 5 Jahre alt waren. Diese waren nach Aussage des Besitzers zu diesem Zeitpunkt seit über einem Jahr nicht mehr gewachsen.*
Bei mir wurden Monodactylus argenteus auch nie größer
als 16 cm. Drei Exemplare, die ich nach fünf Jahren Haltung
abgegeben habe, kamen in ein Schaubecken mit drei Meter langer und
1,5 Meter hoher Frontscheibe zu fast 25 cm langen Artgenossen und
wuchsen nicht mehr; die großen Tiere kamen bereits in dieser
Größe in das Aquarium. Auffällig an diesen Flossenblättern
war ihr um einiges "massigerer" Körper und einen deutlicheren Stirnbuckel.
Man muß wohl zu dem Schluß kommen, daß man Monodactylus
argenteus im normalen Aquarium keine geeigneten Lebensbedingungen
bieten kann und sie zu "Kümmerlingen" werden. Bei Monodactylus
sebae ist der Kümmerwuchs weniger ausgeprägt. Sie werden genauso
kräftig wie adulte Wildfänge,
nur bleiben sie etwas kleiner.*
Monodactylus argenteus sind recht nervöse, schnelle Schwimmer,
die auf Störungen sehr schreckhaft reagieren. Sie werden mit dem
Alter etwas gelassener, aber niemals ruhig. Das heißt noch
lange nicht, daß sie friedlich sind. Zu nicht zu kleinen Mitbewohnern
(die werden sonst gefressen) sind sie in der Regel friedlich, doch
sollte die Gesellschaft durchsetzungsfähig sein, da die Flossenblätter
schnelle und "gnadenlose" Fresser sind. Sie benötigen kräftiges
Lebend- und Frostfutter und haben einen regen Stoffwechsel.*
Bei ausreichender Beckengröße kann man ein regelrechtes Rudeljagen
beobachten. Im Gegensatz zu Monodactylus sebae gibt es bei
Monodactylus argenteus auch Algen-Caulerpafresser, das scheint
aber eine individuelle Vorliebe zu sein. Alle Silberblätter neigen
auch zu innerartlichen Aggressionen, die in zu kleinen Aquarien
zu Problemen führen können. Als ich meine vier Monodactylus sebae
in einem 60 cm Würfel für zwei Wochen "zwischenhältern" (ihre Größe
war zu diesem Zeitpunkt 5-7 cm) mußte, bildete sich die vorher
schon angedeutete Hackordnung noch viel stärker heraus; der Kleinste
wurde nachher nur noch zur Fütterung aus seiner Nische herausgelassen.*
In der Natur kann man beobachten, daß sich Flossenblätter
zu Schwärmen zusammenschließen. Im Aquarium sind es eher Gruppentiere
mit losem Zusammenhalt. Selbst in einem sehr großen Schauaquarium,
das mit einem Plexiglastunnel begehbar ist (Burgers
Zoo in Arnheim) war keine echte Schwarmbildung zu beobachten.*
Bilder: Nicolé; Absätze mit * von Markus Schulz
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