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Dieser Fisch bevorzugt die Uferzonen mit Höhlen und Falllaub.
Der Kakadu-Zwergbuntbarsch ist auch schon in leicht alkalischem
Wasser gefangen worden.
Da Fische dieser Gattung aus sehr nährstoffarmen und sauberen
Gewässern stammen, wo sie kaum Nahrung finden, sollte man sie
auch in Gefangenschaft nicht zu sehr füttern. Denn die meisten
Tiere der Gattung Apistogramma sterben in Aquarien an Überfütterung
und/oder deren Folgeerscheinungen. Diese Art ist zudem sowohl gegen
schlechte Wasserwerte, als auch gegen Medikamente empfindlich (Wöchendlicher
Teilwasserwechsel!).
Die
Gattung Apistogramma erfreut sich in der Aquaristik sehr
großer Beliebtheit. Es gibt ca. 70 Arten, die alle in Südamerika
beheimatet sind. Ein gattungstypisches Merkmal aller Arten ist ein
deutlicher Sexualdimorphismus, der in direktem Zusammenhang mit
der Fortpflanzungsbiologie dieser Fische steht. Einfach ausgedrückt
kann man sagen, die Geschlechter können gut anhand der Färbung,
Größe und Flossenform unterschieden werden. Bei ihnen handelt es
fast ausschließlich um Vater-Mutter-Familien, d.h. das Weibchen
betreut die Eier und Jungfische und das Männchen verteidigt das
Revier.
(Das Foto oben zeigt ein Weibchen bei der Brut)
Alle Apistogramma Arten sind Höhlenbrüter und viele Arten
polygam, d.h. ein Männchen hat mehrere Weibchen. Apistogramma Arten
sind nichts für’s große Gesellschaftsbecken mit vielen bunten
und lebhaften Fischen. Sie fühlen sich nur in einem gering
besetzten Aquarium mit vielen Pflanzen und Höhlen wohl.
Das Wasser muß weich und (leicht) sauer sein. Bei Temperaturen
um 25°C fühlen sie sich am wohlsten. Somit kommen als Gesellschaft
Salmler,
Beilbäuche, Hechtlinge, „Saugwelse"
und Panzerwelse in Frage.
Dabei ist darauf zu achten, daß ein Apistogramma-Männchen in der
Regel kein anderes Männchen im gleichen Aquarium duldet. Auch ein
200 Liter Aquarium ist keine Gewähr dafür, daß die Kämpfe der
Männchen glimpflich verlaufen und sich die Tiere aus dem Weg gehen
können. Wenn man wirklich in einem großen Aquarium ab 500 Liter
mehrere Männchen einer Art halten will, sollten es nicht unter fünf
Tiere sein, damit sich die Aggressionen einzelner Tiere auf die
anderen verteilen kann.
Die
Zucht der meisten Arten ist, wenn man sich an die geschilderten
Pflegebedingungen hält, meist gut möglich. Wichtig ist, daß die
Weibchen genügend Versteckplätze haben, in die sie sich vorm
balzenden Männchen zurückziehen
können. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um monogame, wie
zum Beispiel
A. nijsseni, oder polygame Arten handelt.
Die Zwergcichliden Südamerikas leben fast ausnahmslos bodenorientiert,
d.h. die Weibchen halten sich überwiegend knapp über dem
Boden auf, während die männlichen Tiere zur Revierverteidigung in
den oberen Wasserschichten schwimmen.
Bei A. cacatuides sollten mehrere Weibchen zu einem Männchen
gesetzt werden, damit sich das Männchen ordentlich „austoben" kann.
Dies ist natürlich nur in größeren Aquarien möglich. Gefüttert
werden die Jungfische mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien.
Als Idealbesetzung im Aquarium haben sich ein Männchen, das bis
zu 9 cm groß werden kann, und zwei Weibchen erwiesen. Pro Weibchen
sollte mindestens eine Höhle (Kokosnussschalenhälfte, Blumentopf.
Steinhöhle o.ä.) vorhanden sein. Haben wir weitere Bodenbewohner
(z.B. Welse), können wir trotzdem bei den Zwergbuntbarschen Nachwuchs
erwarten, wenn wir z.B. Kokosnussschalen verwenden, die mit nur
einem Loch versehen sind, durch das gerade das Weibchen passt. Die
Eier werden in diesem Fall von außen befruchtet, in dem das Männchen
den ins Wasser abgegebenen Samen durch einen kräftigen Schwanzschlag
in die Höhle befördert. Um in der Kokosnusschale eine gewisse Wasserzirkulation
sicherzustellen, sollte mindestens ein weiteres kleines Loch angebracht
werden.
Ein kleiner Wermutstropfen ist leider auch bei diesen liebenswerten
Fischen vorhanden. Zwergbuntbarsche werden nicht sehr alt, beim
A. cacatuoides liegt die durchschnittliche Lebenserwartung
bei ca. 36 Monaten. Beim Erwerb der Tiere, gerade bei adulten
Exemplaren muß man darauf achten und sollte daher nur Tiere
erwerben, über deren Alter Gewißheit besteht. Ausgewachsen
sind die Tiere nach ca. einem Jahr. Die Weibchen werden bei idealer
Aufzucht bis zu 5 cm groß und zeigen eine gelbliche Körperfarbe
mit schwarzen Zeichnungen. In Laichstimmung vertiefen sich die Farben
und werden leuchtend gelb mit tiefschwarzen Zeichnungen. Durch die
jahrelange intensive Aquariumzucht und evtl. nicht konsequente Selektion
gibt es heute Weibchen, die ähnlich bunte Flossen aufweisen wie
die Männchen. Ich selbst vertrete die Meinung, man sollte alles
versuchen, die ursprüngliche Körperform und Färbung gerade
bei den weiblichen Tieren zu erhalten.
Daher sollten zur Zucht auch nur ausgesuchte, dieser Vorstellung
entsprechende Exemplare angesetzt werden. Dies bezieht sich, wie
wir gleich erkennen werden, bei den A. cacatuoides nur auf
die weiblichen Tiere. Bei den Männchen ist man gerade den umgekehrten
Weg gegangen. Die ersten Wildfänge oder Nachzuchten aus den 70er
bzw. Anfang der 80er Jahre wiesen nur vereinzelt kleine rote oder
gelbe schwarzumrandete Farbflecken in den Schwanzflossen auf. Von
der gelben Form habe ich während meines bisherigen Aquarierleben
nur einmal ein Exemplar gesehen, das nicht zu erwerben war. Die
rote Form war anscheinend einfach interessanter und mit der wurde
intensiv weitergezüchtet. Das Erstaunlichste war, daß bei
den Nachzuchten dann vermehrt Tiere mit größeren Farbflecken in
den Schwanzflossen auftraten. Bei einigen Tieren zeigten sich diese
Farbflecken zusätzlich auch auf der Rückenflosse. Mit diesen
wurde dann weitergezüchtet. Nach Jahren hatten wir dann Tiere,
die zuletzt als Doppelrot gehandelt wurden und die heute auch im
Handel zu finden sind. Meiner Ansicht nach wurde die Umfärbung der
Fische durch intensive Artemia-Fütterung
- auch für heranwachsende und adulte
Tiere erreicht - und evtl. der Tatsache, daß die Tiere in der Aquarienhaltung
keine natürlichen Freßfeinde mehr vorfanden.
Für
Zuchtpaare dieser Art, wenn man überhaupt welche damals von
einem Liebhaber / Züchter bekommen konnte, wurden Ende der
80er Anfang der 90er Jahre bis zu 50,- DM bezahlt. Ergänzend sollte
noch erwähnt werden, daß die Körpergrundausfärbung bei männlichen
Wildfängen variiert. Man findet graue, mehr gelbliche oder blaue
Tiere. Im Handel ist überwiegend die mehr gelbliche Variante
zu finden. Dazu sind heute Schwanz- und Rückenflosse mehr oder
weniger rot/schwarz gefärbt, die neueste Variante sind Tiere mit
flächig rotgefärbten Rücken- und Schwanzflossen. Leider ist
bei der Züchtung auf Farbe die ursprüngliche Form der
männlichen Tiere ins Hintertreffen geraten. Die im Alter große zweizipflige
Schwanzflosse und die haubenartig ausgebildete Rückenflosse,
dazu die aufgeworfenen wulstigen Lippen sind bei den heutigen Zuchtformen
nur noch selten anzutreffen. Leider ging damit auch der imposante
Anblick, den gerade adulte
Tiere boten, verloren.
Was ist sonst noch zu diesem Aquariumfisch zu erwähnen? Sie fressen
alle Fischfuttersorten, die angeboten werden. Es sollte aber abwechslungsreich
gefüttert werden. Sie fressen sehr gerne Lebend- oder Frostfutter.
Besonders schwarze Mückenlarven und Cyclops
werden gern genommen. Auf die Verfütterung von lebenden Tubifex
sollte man verzichten, da dieses Futter sehr fetthaltig ist und,
wie rote Mückenlarven, häufig aus belasteten Gewässern kommt.
A. cacatuoides stammt aus Peru und bewohnt dort Gewässer,
die folgende Daten aufweisen:
pH Wert von 6,0 bis 7,5 bei einer Temperatur von 23 bis 28°C. Sie
sind daher gerade für unsere Aquarien bestens geeignet. Gute
Erfahrungen bei der Zucht und auch bei der Haltung habe ich bei
folgenden Werten gemacht: pH 7,0; dH 10,0 - dabei eine Karbonathärte
von 3. Das Wasser sollte möglichst nitratarm
sein und die Temperatur zwischen 24 und 26°C liegen. Die vorstehend
aufgeführten Wasserwerte habe ich auch bei der Zucht eingestellt.
Zuchtvoraussetzungen: Im Gesellschaftsbecken möglich, besser Einzelbecken.
Hier ist die Aufzucht der Jungen durch das Weibchen sehr viel besser
zu beobachten und zu verfolgen. Aquarien mit 30 cm Kantenlänge reichen
aus. Kokosnussschale mit einem bzw. mehreren Löchern. Besatz: 1
Weibchen, 1 Männchen, das nach dem Vorhandensein des Geleges herausgefangen
werden kann. Das Gelege besteht aus ca. 60 bis 80 Eiern, die entweder
rot gefärbt sind (überwiegend Artemienfutter) oder von gelblicher
Farbe bei einer anderen Fütterung.
Die Pflege des Geleges und die Aufzucht der Jungen übernimmt
ausschließlich das Weibchen. Das Weibchen ist während dieser gesamten
Zeit leuchtend gelb gefärbt mit tiefschwarzer Zeichnungen. Wenn
der Dottersack der Jungen aufgebraucht ist, können sofort frisch
geschlüpfte Artemien gegeben werden, die von den Jungfischen
als auch vom Weibchen gefressen werden. Zusätzlich kann man mit
einem dünnen Luftschlauch künstliches Aufzuchtfutter alle
2 Stunden in den Jungfischschwarm, der vom Weibchen im Aquarium
herumgeführt wird, pusten. Jeden Abend, kurz bevor sich die
Aquariumbeleuchtung ausschaltet, wird der Schwarm vom Weibchen wieder
in die Laichhöhle geführt. Das Weibchen vergreift sich nicht
an den Jungfischen, so daß man es erst entfernen sollte, wenn es
kein Interesse mehr an dem Nachwuchs zeigt.
Warum sind Apistogramma Arten so „teuer"? Im Handel bezahlt man
für ein Paar A. cacatuides ab ca. 5 € und für
ein schönes Paar A.
nijsseni 10 €. Andere Arten können auch weitaus teurer
sein. Die Gründe für die teilweise hohen Preise dieser
Art, sind der geringe Import, da viele Arten nur in einem sehr begrenzten
Lebensraum vorkommen und somit recht selten sind, und die geringe
Vermehrungsrate von 40 bis 60 Jungtieren pro Brut. Auch ist das
Geschlechterverhältnis häufig sehr unausgewogen. Es gibt meist sehr
viel mehr Männchen als Weibchen in einem Wurf. Dieses Verhältnis
läßt sich allerdings durch die Wassertemperatur und den pH-Wert,
je nach Art verschieden, beeinflussen.
Textquelle zum Teil: Kim Höweler; Bilder Anika
Börries
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